{"id":84,"date":"2014-03-26T22:23:39","date_gmt":"2014-03-26T22:23:39","guid":{"rendered":"http:\/\/swiss-cave-diver.ch\/?page_id=84"},"modified":"2014-03-26T23:01:20","modified_gmt":"2014-03-26T23:01:20","slug":"standards","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/swiss-cave-diver.ch\/?page_id=84","title":{"rendered":"H\u00f6hlentauchen"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"oben\"><\/a><\/p>\n<p>H\u00f6hlentauchen ist nicht ungef\u00e4hrlich. Das beweist die Unfallstatistik und haben erfahrene Technische Taucher schon lange erkannt.<\/p>\n<p>So wurde die Aussage gepr\u00e4gt:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Es gibt mutige H\u00f6hlentaucher und es gibt alte H\u00f6hlentaucher.<\/em><br \/>\n<em> &#8230; Mutige, alte H\u00f6hlentaucher gibt es nicht!<\/em><\/p>\n<p>Besonnenes Verhalten, insbesondere schon bei der Tauchgangsplanung und -vorbereitung, kann Fehler, Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und somit Unf\u00e4lle vermeiden. Die gestiegene Anzahl der Ausbildungen zum H\u00f6hlentauchen bei sinkenden Unfallzahlen zeigen, dass sich in den letzten Jahren in Sachen Sicherheit und Qualit\u00e4t einiges getan hat. Es muss auf die Risiken des H\u00f6hlentauchens hingewisen werden, um zu zeigen, dass die meisten Fehler vermeidbar sind. Es soll niemand dabei verunsichert werden, sondern f\u00fcr die Gefahren, das richtige Verhalten und Absicherung sensibilisiert werden.<\/p>\n<p>Denn eines steht fest: H\u00f6hlen- und Grottentauchen ist ein einmaliges Erlebnis, wenn man die Regeln und Richtlinien beachtet. Nachfolgend werden einige Gefahren- und Fehlerquellen beschrieben, die immer im Zusammenhang mit dem H\u00f6hlentauchen genannt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8230; Auf die Notwendigkeit einer speziellen Ausbildung f\u00fcr das H\u00f6hlentauchen<\/em><br \/>\n<em>soll hier noch einmal ausdr\u00fccklich hingewiesen werden! &#8230;<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h1>Fehlende Ausbildung<\/h1>\n<p>Das bringt uns auch schon zu Fehler Nr.1. Immer wieder versuchen sich Taucher ohne entsprechende Ausbildung im H\u00f6hlentauchen. Laut der Zeitschrift &#8222;tauchen&#8220; mussten seit 1960 bisher \u00fcber 400 Taucher von Bergungsteams aus den H\u00f6hlen Floridas, Mexikos und der Karibik gerettet werden. H\u00f6hlentauchen ist eine Spezialausbildung f\u00fcr den fortgeschrittenen Taucher. Voraussetzung hierbei ist die absolute Sicherheit im Umgang mit der eigenen Ausr\u00fcstung, Erfahrung in der Dunkelheit (Nachttauchen) und Beherrschen der grundlegensten Verhaltensregeln in H\u00f6hlen (Flossenschlag). Als Einstieg werden die Kurse &#8220; Tauchen in Meeresh\u00f6hlen&#8220; und &#8222;Cavern Diving&#8220; in der Tageslichtzone empfohlen.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Fehlende F\u00fchrungsleine<\/h1>\n<p>Das tiefe Eindringen in H\u00f6hlensysteme ohne ad\u00e4quate Seilsicherung gilt als das Hauptrisiko beim H\u00f6hlentauchen. In gut erschlossenen Systemen findet man eine fest verlegte F\u00fchrungsleine, ohne die der Taucher keine Orientierung hat. Zum \u00dcberbr\u00fccken von L\u00fccken ohne feste F\u00fchrungsleine oder zur Markierung des H\u00f6hleneingangs dienen so genannte Reels oder Spools (Seilrollen), die jeder H\u00f6hlentaucher mitzuf\u00fchren hat. Eine Erforschung tiefer H\u00f6hlensysteme ohne permanente F\u00fchrungsleine ist nur erfahrenen H\u00f6hlentauchern vorbehalten, die den R\u00fcckweg immer mit einer Seilrolle und Leinenmarkierungen kennzeichnen. Ohne diese Voraussetzung muss sich der Sporttaucher auf das Grottentauchen (in der Tageslichtzone) beschr\u00e4nken.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Ausfall der Gasversorgung<\/h1>\n<p>Nur durch einen technischen Defekt oder mangelhafte Gasplanung kann w\u00e4hrend des Tauchers die Gasversorgung ausfallen. Beim H\u00f6hlentauchen ist daher eine spezielle Gasplanung notwendig, da hier ein Auftauchen nicht jederzeit m\u00f6glich ist. Um das Risiko des Ausfalls eines Automaten durch technischen Defekt oder Vereisung zu minimieren, wird beim H\u00f6hlentauchen grunds\u00e4tzlich eine zweite unabh\u00e4ngige Luftversorgung mitgef\u00fchrt. H\u00f6hlentaucher verwenden eine Doppelflasche, die \u00fcber eine Br\u00fccke getrennt verschliessbar ist. Beim Ausfall eines Systems wird auf das zweite, redundante System umgestiegen und sofort der R\u00fcckweg zum H\u00f6hlenausgang angetreten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #000000; font-weight: bold;\">Grosse Tiefe<\/span><\/p>\n<p>Das Tieftauchen im Freigew\u00e4sser ist an sich schon nicht ohne Risiko. Die Gefahren potenzieren sich bei gleichzeitigem Eindringen in eine H\u00f6hle. Unvorhersehbare Probleme durch Tiefenrausch, Druckzunahme oder verl\u00e4ngerte Dekompressionsstufen lassen das Tieftauchen in H\u00f6hlensystemen unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig riskant werden. Bei Ausfall einer Atemflasche muss unter Umst\u00e4nden eine notwendige Austauchstufe \u00fcbersprungen werden, was schnell zu einem Deko-Unfall f\u00fchren kann. Auch sind Tiefenwechsel in einer H\u00f6hle durch z.B. Kamine oder Siphons sehr riskant. Bei pl\u00f6tzlichen Problemen mit dem Druckausgleich kann u. U .ein tieferes H\u00f6hlenniveau (mit dem Ausgang) nicht mehr erreicht werden.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Ausfall der Beleuchtung<\/h1>\n<p>Schlechte oder gar keine Beleuchtung in dunklen H\u00f6hlen oder Grotten, kann zu Orientierungsverlust mit fatalen Folgen f\u00fchren. Dazu kommt die Steigerung der eigenen \u00c4ngste bis hin zur Panik bei Lampenausfall. Sowohl Cavem als auch Cave Diver fiihren neben einer leistungsstarken Hauptlampe immer eine Reservelampe mit. F\u00fcr das H\u00f6hlentauchen ab Zone 2 ist die Mitnahme von zwei Reservelampen verbindlich. Denn Licht ist Pflicht. ..<\/p>\n<hr \/>\n<h1>K\u00e4lteeinfluss (Hypothermie )<\/h1>\n<p>Das Wasser in H\u00f6hlen kann wesentlich k\u00e4lter sein, als zur Jahreszeit und der Umgebung passend. Bei ungen\u00fcgendem K\u00e4lteschutz (zu d\u00fcnner Neoprenanzug) kann eine schnellere Ausk\u00fchlung die Folge sein. Eine Hypothermie (Unterk\u00fchlung) erh\u00f6ht zum Einen das Risiko eines Dekounfalls, andererseits ist die Unterk\u00fchlung ab Stufe 2 schon an sich ein Notfall. Bei kalten Umgebungstemperaturen oder Ausk\u00fchlung im Wasser beginnt der K\u00f6rper mit den ersten Abwehrreaktionen: K\u00e4ltezittern und Engstellung der Gef\u00e4sse. Dies ist schon die erste Phase einer Unterk\u00fchlung, die ab 37 \u00b0C K\u00f6rperkerntemperatur beginnt. Nach diesem Abwehrstadium folgt ab einer K\u00f6rpertemperatur von 34 \u00b0C die Ersch\u00f6pfungsphase. Das K\u00e4ltezittern h\u00f6rt auf und das Bewusstsein tr\u00fcbt sich ein. Es folgt die L\u00e4hmungsphase oder Phase des Scheintodes. Der soweit unterk\u00fchlte Taucher wird bewusstlos und ist nicht mehr bewegungsfahig. Es folgen Atem- und Kreislaufstillstand. Abhilfe schafft hier leicht ein angemessener Neoprenanzug (Nass oder Halbtrocken) oder Trockentauchanzug . Bei den ersten Zeichen einer Unterk\u00fchlung sollte ein Tauchgang immer abgebrochen werden.<\/p>\n<hr \/>\n<h1>Sediment und Ablagerungen<\/h1>\n<p>Eine der Faszinationen beim H\u00f6hlentauchen ist das zum Teil unglaublich klare Wasser, da sich Sand, Sediment und Schwebteilchen durch fehlende Str\u00f6mung oder Brandung setzten konnten. Unbedachte Bewegungen, ein falscher Flossenschlag oder Tauchfehler k\u00f6nnen das Sediment aber vom Boden aufw\u00fchlen. Auch die Ausatemgas l\u00e4sst mit der Zeit Ablagerungen von der Decke rieseln. Schlagartig kann sich eine vormals gute Sicht in tr\u00fcbes Wasser mit zunehmender Finsternis verwandeln. Die Gefahren sind jetzt Orientierungsverlust, Verirren in der H\u00f6hle und Angst bis Panik. Eine gute Ausbildung und die richtige Tauchtechnik kann dieses Problem reduzieren, so dass das Risiko unter Nutzung von leistungsstarken Lampen und einer Leine minimiert werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"#oben\">nach oben<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00f6hlentauchen ist nicht ungef\u00e4hrlich. Das beweist die Unfallstatistik und haben erfahrene Technische Taucher schon lange erkannt. So wurde die Aussage gepr\u00e4gt: Es gibt mutige H\u00f6hlentaucher und es gibt alte H\u00f6hlentaucher. &#8230; Mutige, alte H\u00f6hlentaucher gibt es nicht! 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